Ende oder Engel der Geschichte
11.9.01 in Sydney + Berlin,
ein bilaterales Selbstgespräch zwischen Babara Straka und Volker März
"Diese nachfolgenden Emails sind Ausschnitt einer Korrespondenz zwischen Barbara Straka und mir. In der Zeit vom Juli - Dezember 2001, in der eine mögliche Ausstellung von mir mit dem Musiker B. Baberkoff im Haus am Waldsee/Berlin geplant wurde, nutzten wir das für uns neue Medium ausgiebig, um uns teilweise mehrmals am Tag Nachrichten zu senden. So wurden private, politische und künstlerische Positionen aufgedeckt und erläutert. Das Erschrecken über eine unerwartete Parallelität wich mehr und mehr der Depression und Wut über die damaligen politischen Geschehnisse nach dem 11.Sept. und den gesellschaftlichen Verhältnissen in Berlin.
Kurz vor meiner Abreise nach Sydney am 9.9.01, als unser Dialog am intensivsten war, hatte ich einen dreiwöchigen Auftrag für die Ziegler Filmproduktion und arbeitete unter der Regie der Szenenbildnerin Anna Heymann täglich an fiktiv renaissancetypischen Fresken und pseudobarocken Gemälden verschiedenster Inquisitionspäpste. Der dreiteilige Dokumentarspielfilm: “Die Inquisition” lief ein Jahr später auf Arte, ZDF, und 3SAT .
In Sydney war ich die darauffolgenden zwei Monate mit dem Gravity Research Institut von Alan Schacher zusammen, für den ich das Stück SCHAM entwickelt hatte. Es war ein “creativ developement”, das 2004 seine Fortsetzung finden wird."
29.08.01 20:41:42 Liebe B., da saß ich heute auf der Bank vor dem Anhalter Bahnhofsrestportal eine geschlagene halbe Stunde, bis mir klar wurde, dass ich morgen wieder hier sitzen werde - ich habe mich im Tag geirrt! Zeit und Raum im Musglas. JuliusII, Pius V, Paul III jeden Tag male ich einen neuen Inquisitionspapst. Jeden Tag steigt der weisse Rauch oben aus meinem Atelier auf, ...dabei hatte ich heute morgen noch den schönen Begriff “Pflichtbewusstlosigkeit” im Kopf, ...so kam ich mitten in meiner Fliesbandarbeit zu einer halben Stunde OpenAir - Nichtstun. Ich weiss gar nicht, wann ich das letzte Mal eine volle halbe Stunde auf einer Bank im öffentlichen Raum gesessen bin, ohne zu lesen, zu schreiben, zu reden, zu trinken, zu essen...zu verdampfen...vielleicht übe ich für Australien und die damit verbundene Zeitverschiebung.
31.08.01 19:14:51 Lieber V. an meiner bewusstlosen Reaktion auf Dein gestriges Warteerlebnis im öffentlichen Raum hast Du gemerkt, dass ich Deine Nachricht noch nicht gelesen hatte. Verfehlte Verabredungen scheinen zum Anhalter Bahnhof zu gehören: Ob Nietzsche auf der gleichen Bank gesessen hat wie Du, mit Blumen oder ohne, würde ich zwar bezweifeln, aber er war bezüglich Lou auch reichlich irritiert. “Seit einer halben Stunde bin ich melancholisch und seit einer halben Stunde frage ich mich, warum? - und finde keinen andern Grund als die eben durch Ihren liebwerthesten Brief gemachte Meldung, daß wir uns nicht in Berlin sehen werden. Nun sehen Sie, was für ein Mensch ich bin! Also: morgenfrüh um 11 Uhr 40 w i l l ich in Berlin sein, Anhalter Bahnhof. Meine Adresse ist: Charlottenburg bei Berlin, poste restante. Mein Hintergedanke ist 1) —- und 2) ..... “. (F.N. an Lou, 15. Juni 1882)
01.09.01 8:50:12 Liebe B...und dann haben wir uns auf dem Science Fiction Platz verabschiedet...und ich habe mich auf mein Fahrrad geschwungen und gedacht...wir müssten noch mehr erzählen, Doppelexistenzen...und der Platz wäre nicht schlecht für ein Endlosgespräch gewesen (...)... und als ich fünf Meter weit gefahren war, habe ich mir vorgestellt, wie das wohl aussieht, wenn Du Dich dem riesigen, für Saurier proportionierten S-Bahneingang näherst, dabei immer kleiner wirst, winzig wirst, Dich vermutlich sogar auflöst, per Rolltreppe hinabgleitest und verschwindest. Ich habe mich nicht umgedreht, sondern bin weiter gefahren.
Mir vorzustellen, wie Du nach Potsdam gekommen sein sollst, in dieses 200 Jahre zurückliegende Haus, durch diesen Zeittunnel, ist mir noch jetzt ein Rätsel. Dann bin ich weitergefahren und nicht wieder abgestiegen, obwohl ich mich innerlich noch einige Male nach dem Abend umgedreht habe...(...)Der Anhalter Bahnhof hat mich wirklich angehalten. das Warten im offenen zerstörten Wartesaal. Eine Übung.
03.09.01 0:09:47 (...) Die zerstaltete Gegend um den Anhalter Bahnhof, der übriggebliebene Italiener aus dem alten Rest-Berlin, das BBK-Gebäude mit der Erinnerung an durchkämpfte NGBK- (Anm.VM.:Neue Gesellschaft für bildende Kunst) Hauptversammlungen, die Schlingpflanzen um einen verfallenen Maschendrahtzaun daneben auf einem der wenigen noch nicht an Investoren verscherbelten Grundstücke, die gähnende Leere der Fassaden gegenüber und der Jurassic-Parc-Platz kamen mir so falsch vor/oder kam ich mir falsch vor? - nur eine Frage der Perspektive -, dass ich gerne die hundert Jahre zurück nach Potsdam gefahren, geflohen bin. Die letzte S-Bahn war doch schon weg, und erst als ich mit dem Taxi eine halbe Stunde lang schnurgeradeaus gefahren war, holte mich die Normalität der Wahrnehmung wieder ein, weil ich begriff, dass der Un-Ort, von dem ich kam und der, an dem ich wohne, eigentlich an der gleichen uralten Straße liegt, der B1. Das hatte etwas beruhigend Historisches, meine Identität war wieder zurechtgerückt.(...)
5.09.01 01:36:09 Lieber V. ... es fragen immer wieder Besucher nach dem Bronzehirn - falls Du noch Exemplare hast, willst Du sie uns nicht während Deines Australienaufenthaltes zum Verkaufen überlassen? Oder bist Du nur an öffentlich zugänglichen Orten interessiert? Die Installation könntest Du später machen. Falls das für Dich interessant ist und Du die Idee nicht als völlig am Konzept vorbei empfindest, bringe am besten morgen eine/mehrere Bronze(n) mit...
Noch eine Kleinigkeit zum Hirn: Am 25. Sept. mache ich einen Vortrag zur Geschichte der Kunst im öff. Raum nach 1960 und zur Entwicklung des Denkmalbegriffs. Hast Du ein Kleinbilddia Deiner Hirn-Installationen? Ich könnte es unter dem Begriff "3-sec.-Denkmal” einbauen.(...)
08.09.01 01:57:40 Lieber V. ,(...) Parallel mit Deiner letzten Email und den Australien-Adressen bekam ich eine Einladung nach Moskau und merkte, da treibt es mich bald wieder mal hin. Das eine Ende meiner Seele ist da wohl angebunden. Einen größeren Gegensatz als zu Australien kann ich mir nicht vorstellen. Sibirien liegt für jeden woanders. Wenn wir hin und wieder Emails schreiben, verschwinden die riesigen Räume und Zeiten zwischen den Orten und fallen im Jetzt zusammen. Eine groteske Vorstellung. -Ich werde Dir vielleicht manchmal ein paar Sätze schicken, Zitate von den Vertretern unserer B-Liste, (Anm.V.M.: es gab eine gemeinsame Reihe von Denkern und Dichtern, die wir gemeinsam “verehrten” und deren Nachnamen zufälliger Weise mit einem B anfangen: Brinkmann, Bloch, Benjamin, Bruno, Böcklin, Brock, Benn...) damit Du das good old Abendland nicht ganz vergisst. Und jetzt schnall Dir Deine Ikarus-Flügel um, gib acht, dass sie nicht in der Sonne schmelzen und lass alles hinter Dir.
16.09.01 23:32:03 Lieber V., es ist so absurd, Dir jetzt zu schreiben. Trotzdem möchte ich versuchen, mit Dir Kontakt aufzunehmen. Es ist alles auf den Kopf gestellt. Nach dem "Krieg ohne Bilder" (Baudrillard), dem Golfkrieg, nun ein "Krieg der Kulturen", ohne Ziel. Wie sieht die Welt aus Deiner Perspektive aus? Es entzieht sich meiner Vorstellungskraft, wie Du die Ereignisse des 11. September wahrgenommen hast. Ich habe oft an Dich gedacht, in dieser skurrilen Situation. Ich weiß nicht, wie aufwändig es für Dich ist, zu antworten. Ich denke, Du hast anderes zu tun. Ich wollte Dir nur ein Zeichen geben. Ich wünsche Dir, dass Du Dich trotz allem auf Deine Arbeit konzentrieren kannst. Mir fällt es sehr schwer. Man hört hier pausenlos die zensierten, sich wiederholenden Nachrichten und sucht im Internet nach Kommentaren und kritischen Stimmen. Alexander Kluge schrieb, es sei jetzt die "Zeit für Robinsonaden aller Art". H.J. Syberberg, der eine beeindruckende Hommage an Schleef - Totentanz -Nietzsche - Ecce homo ins Netz gestellt hatte und dem ich daraufhin spontan schrieb - Antwort kam postwendend -, bringt abfotografierte Fernsehbilder der aktuellen Ereignisse aus n-tv mit den eingeblendeten Börsennachrichten, die Kursgewinne der Rüstungsindustrie verzeichnen. Alles schon mal dagewesen, steht aber für die leise gesagten Wahrheiten der deutschen Intellektuellen. Und wir? Was soll man tun? Ferne Grüße von B.
18.09.01 08:11:31 Liebe B,... So schreibe ich täglich imaginäre Briefe und lösche sie wieder, denn alles ist tatsächlich absurd, wahrhaft absurd, der sentimentale Cowboy reitet über uns hinweg, behandelt uns wie Kinder, lernt uns das Fürchten wieder, sagt nicht wann und wo die Strafe folgt, und nur weil er nicht mehr der Regisseur sein darf für seine New York Piss Action - ...und der Australier? Ich glaube es gibt keine Australier. Eigentlich musste ich schmunzeln als ich die Bilder von New York sah. Irgendwie kannte ich die... Kein Satz den sie sagen ist richtig! Alles ist richtig falsch. Nicht einmal Mitleid mit den Menschen hatte ich. Bush die Ratte! Wasser auf die Mühle und in die Augen.
25.09.01 11:57:21 Liebe B.. und dann gab es tatsächlich eine erste Demonstration hier! Als ich über ein Mitglied meiner Performance-Gruppe davon hörte, habe ich sofort mit Joey, einem Holländer ein Transparent gemacht: NO AMERICANISM - NO TERRORISM - NO WAR - THINK! Wir malten es auf einen herumliegenden, bunten, grossen Stofflappen. Zwei Stöcke links und rechts, rollten es ein und fuhren als einzige Fahrradfahrer duch die City zur Town Hall. Wir waren die Einzigen mit einem Transparent, entrollten es verschüchtert (es ist 20 Jahre her, daß ich das letzte Mal auf einer Demonstration war, - (Joey erging es ebenso). Es wurden Reden gehalten - die Gruppe schwoll auf 150 Personen an, die sich so dann entschlossen zum Büro des Premierministers Howard zu ziehen. Man bat uns Beide vorne weg zu marschieren! Stell Dir bitte einmal vor: ein Holländer und ein Deutscher demonstrieren in Australien gegen Amerika...laufen vorne weg, von der Polizei eskortiert, durch die Strassenschluchten von Sydney, zur Rushhour, der gesamte Feierabendverkehr kam zum Stillstand - Als wir das Bürofoyer des Premiers erreichten, hatten sich mittlerweile wohl 2000 Leute hinter uns versammelt, die immer die selben Parolen skandierten. Es dauerte eine ganze Weile bis alle angekommen waren, da Joey und ich zu schnell gewesen sind, - weil es uns zunehmend peinlich war - und wir Karten für die Oper hatten und die Vorstellung nicht verpassen wollten, waren wir fast gerannt. Wir drückten einem Freund das Transparent in die Hand, als es unter “Shame Howard Shame” Rufen immer gewaltätiger zu werden schien, machten wir uns heimlich aus dem Staub...Politische Massenversammlungen mit ihrer hypnotischen, sich immer hochschaukelnden Selbstgerechtigkeit sind nicht mein Fall. ..Aber der Krieg heiligt auch diese Mittel... (...)draussen ist ein heftiges Gewitter. Jeden Tag um 8 Uhr kommt pünktlich ein Vogelschwarm herbeigeflogen und setzt sich in den Baum gegenüber des Proberaums. Über sie hinweg donnert ein grosses Flugzeug nach dem anderen (Einflugschneise). - Stockhausen hat Recht, es war wirklich eine der schönsten und wahnwitzigsten Skulpturen...mit Gruss nach Berlin, V.
26.09.01 01:03:31 Liebe B., aus “die Sonne und der Tod “ Sloterdijk/ Heinrichs): “Die NS Ideologie war eine Mixtur aus militärischer Fitness Bewegung und völkischer Event Kultur, auf der Basis einer sehr flachen und sehr groben naturalistischen Machtlehre. Mit Religion hat das nicht das Geringste zu tun. Faschimus ist eine Politik der integralen Rache; er spricht Verliererkollektive an und verführt sie zu selbstzerstörerischen Kompensationen. Nichts anderes bietet die Hitler-Formel. Der Faschismus bietet abgeschlagenen Ambitionsträgern alternative Aufstiegsmöglichkeiten an - das ist sein Geheimnis. Er bringt Verlierern auf Nebenwegen zum Genuss. Darin besteht seine Attraktion.......Bush ist nach dieser Definition ein Faschist und die Amerikaner das dazuge/hörige Volk? mit Grüssen aus einem stürmischen Sydney
28.09.01 01:24:33 Lieber V., Deine drei E-Mails habe ich erhalten, kann Dir aber erst am Wochenende ausführlicher antworten. Deine Aversionen und Analysen teile ich. Die Absurditäten, die Du in Sydney gerade erlebst, hast Du filmreif beschrieben. Aber da ja vor zwei Wochen Reality-TV in Wirklichkeit umkippte, ist nicht mehr so ganz klar, wann und wie man aus dem Hauptfilm rauskommt. Zwei Wochen lang gab es einen Filmriss, man saß gelähmt und angeschnallt auf einem Kinostuhl, die Leinwand war schwarz und die inneren Bilder hatten viel Zeit sich auszutoben. Jetzt wird wieder Popcorn verteilt, aber es ist nicht mehr das gleiche. Zwei Wochen lang hatte ich eine Angst, die ich noch nicht kannte. Das war das einzig Neue, die Bilder nicht. Ich melde mich bald B.
04.10.01 07:10:11 Liebe B. heute sind die Videoaufnahmen abgeschlossen worden und die Materialaufnahme ist somit eigentlich beendet. Keine Ahnung was aus allem wird, aber es ist eine Menge Stoff für mich da, mit dem ich in der nächsten Zeit wunderbar arbeiten kann. Vielleicht auch schon für die Ausstellung? Da Du nicht mehr weiter geantwortet hast, bin ich ein bisschen verunsichert und weiss nun aus der Distanz gar nicht wie es um die ganze Unternehmung steht. Fehlt das Geld und ist es nicht mehr möglich, oder werden die Wahlen erst einmal abgewartet. ...Sydney kenne ich nicht, spazieren war ich einmal für drei Stunden, ansonsten nur im Studio und in meinem Atelier, ich fahre uphill und downhill Fahrrad und komme immer vollkommen verschwitzt zu den Treffen. Neulich habe ich das Goethe Institut vollgetropft, deren Leiter hat eine teure Villa mit Blick auf die Oper und die Harbour Bridge. Während eines Empfangs ist uns eine schwarze Hausangestellte zwischen den Beinen herumgekrochen und hat mit Soda Rotweinflecken vom hellblauen Teppichboden entfernt ( durchgängige Verlegeware - auch auf den Treppen!) Was macht Deine Weltbesorgnis? Was liest Du gerade? Fällt in Berlin schon Schnee? Von den Känguruhs kann ich Dich noch nicht grüssen, da ich noch keine gesehen habe. Aber betrunkene Aboriginies unter Strassenbrücken im Pappkarton und Kakadus. Morgen ist Freitag ...
05.10.01 01:23:12 Lieber V. meine Weltbesorgnis " wird sich heute kaum auflösen, (...) Man ist hier wie gelähmt, seit heute hat sich das Ventil geöffnet und man kommt sich komisch vor, wenn man zu den eskalierenden Ereignissen eine andere Meinung hat als die breite Öffentlichkeit, die Politik und die Medien. Warum ich mich nicht gemeldet habe: Die neue Ausstellung "Das virtuelle Bild" steht vor der Tür (...) Ich würde Dir gern was Optimistischeres schreiben in Deine australische Distanz, aber man muss vor allem realistisch sein in diesen Zeiten.
06.10.01 04:30:12 Liebe B. Es ist ein wunderbares und schmeichelndes Gefuehl, die Ufer erreicht zu haben und mit wackliger Seele und müdem Atem zu aller erst die bewältigte Distanz in den morschen Knochen zu spüren, um dann nach einer Weile, wenn sich die Nebel gelegt haben, über der Arbeit schweben zu dürfen wie über ein fruchtbares Land, mit Tälern und Bergen, Städten und Höhlen. ... Die Figuren leben!...und sind doch noch immer Figur. Auch der Begriff Scham ist für mich nun endgültig gelöst!!! Es ist eine philosophisch/politische Lösung! Vielleicht, laut Heidegger, das elfte Gebot. Auch der Begriff der Lichtung ist in diesem Zusammenhang wieder aufgetaucht. In Kurzform geht es darum : seit der Mensch weiss, dass nicht nur der Einzelne, sondern die ganze Zivilisation sterblich ist,(Valery) muss er sich in dieser Erkenntnis sammeln und verdichten , um mit der Angst zu leben, die er empfindet mit dem Bewusstsein, selbst das Unheimliche zu sein. Heidegger nennt es in den Blitz schauen. Der Blitz, der die Lichtung schafft. Der vielleicht jede Lichtung schafft. Doch nicht irgend ein Gott oder die Natur ist das Unheimliche, sondern der Mensch! Und diese innere Sammlung im Angesicht der Geschichte nenne ich Scham. Scham ist Isolation, ist Sozialisation, ist Sammlung. (...) Jedenfalls ist es gut mit den Menschen hier darüber reden zu können, es ist die deutsche Geschichte, es ist ihre Geschichte, und es ist der wunde Punkt jedes Einzelnen. Und dieser wunde Punkt, dieser Schampunkt könnte die grosse Qualität des Einzelnen sein, wenn er seine Arbeit damit verbinden kann. Seine Arbeit mit dem Aussen. ... Falls es mit der Ausstellung etwas werden sollte, dann muss ich Dir unbedingt umgehend Foto-material schicken, (...) Gestern war Freitag! Es war ein Freutag! Alles Gute Dir und Deiner Arbeit! V.
08.10.01 01:08:50 Lieber V., nachdem ich die E-Mail vom 4.10. beantwortet hatte, las ich nochmal die letzte, lange, atemlose, und stellte fest, dass einige Fragen sich z.T. erledigt haben. Oder? Du hast neue Ideen für einzelne Räume oder das Ganze? Ja, schicke doch etwas von dem neuen Material, wenn Du meinst, evtl. gleich an die Grafikerin (...) Du fragst, womit ich mich momentan beschäftige. 2 Vorträge ausgearbeitet zur..Kunst im öffentlichen Raum. Aufsätze. Verbunden mit dem Thema "Ground Zero", Nullpunkt, das ist der Ort, an dem das WTC stand. Ich kanns nicht ändern - die Realität schiebt sich überall zwischen die Kunst(...) Deine 3sek. Hirn-Dias habe ich auch gezeigt, auch ein Original, aber der Vortrag endete mit einem Eingehen auf Stockhausen und die beiden brennenden Türme des WTC, die ich ikonographisch mit zwei Tarot-Karten aus dem 16. Jhdt. verglichen habe - unglaubliche Parallelen! Das "himmlische Feuer" fährt in die Türme, deren Kronen brechen und die Baumeister fallen in die Tiefe. Abgesang an die Hybris. Die mieseste Tarot-Karte, die man ziehen kann. Vielleicht denkst Du, ich bin von den Ereignissen paralysiert. Lesen kann ich seit Wochen kaum etwas, das nicht mit der aktuellen Situation zu tun hätte. Alles andere käme mir weltfremd vor. Über Schleef, der in seinem letzten Auftritt Nietzsches Ecce Homo mit dem Satz zitierte "Es wird Kriege geben, wie es sie noch nie auf Erden gegeben hat ..." bin ich zu H.-J. Syberberg auf die Website gekommen und habe mich mit seinem aktuellen Tagebuch beschäftigt, das er täglich fortsetzt seinem Blick auf die Ereignisse. Heute war er in der Schaubühne, im Gespräch mit Thomas Ostermeier u.a. Die Veranstaltung hieß "Streitraum". Es ging um den Begriff der Heimat im Zeitalter der Globalisierung. Bloch und Benjamin waren immanent dabei. Habe selten so eine zeitnahe Diskussion erlebt. Zwei Bücher habe ich von ihm antiquarisch gekauft, die "Freudlose Gesellschaft" von 1981 und "Der Wald steht schwarz und schweiget - Neue Notizen aus Deutschland" von 1984. Die damaligen Thesen zum Terrorismus und zur Kunst und Politik von Sy. sind aktueller denn je. Der nächste "Streitraum" ist am 18. November mit Richard Rorty. Von dem auch ein Buch gekauft: Das Kommunistische Manifest - 150 Jahre danach(...) Die Rechten haben Auftrieb. Sie sind erklärtermaßen antiamerikanisch. Sie sind am 3. Oktober über den Kudamm marschiert, die Geschäftsleute haben alles dicht gemacht, Läden runter, Licht aus, usw. gespenstisch. Die Innenstadt gleicht an manchen Orten, wo es um amerikanische Einrichtungen geht, einer Festung. Die Bahnhöfe und alle öff. Einrichtungen sind mit Polizei gesichert. Auch hier in Potsdam. Schon vor drei Wochen bin ich erschrocken, als ich am Nachthimmel einen Suchscheinwerfer sah. Ich kann nicht sagen, dass mich das alles nicht beeindruckt, im Gegenteil. Alle antiamerikanischen Äußerungen, von rechts sowieso, aber auch von links oder mitte, werden kriminalisiert oder abgekanzelt. Bis hin zu Ulrich Wickert, der kürzlich einen aus dem Zusammenhang gerissenen Vergleich gebracht hat und von "ähnlichen Denkstrukturen bei bin Laden und Bush" sprach. Zeter und Mordio! Schon fordert die CSU seinen Rücktritt. Falls Du anrufen willst: nach MEZ am Montag möglichst nicht vor 16:00 Uhr. Ich kann auch zurückrufen. Boris will auch eine Antwort, aber es ist schon wieder 1:00 Uhr. Viele Grüße durchs Netz, von einer Seite der Kugel zur anderen.
09.10.01 04:05:59 Liebe B., gestern war ich den ganzen Tag im Bett. Der Akku war/ist leer und die inneren Feinde habe mich in den Griff bekommen. Schwäche-anfall. Es schien die Sonne, keine Wolken und trotzdem ein Orkan wie ich ihn selten erlebt habe. Nachmittags habe ich mich dann aufgerappelt weil ich solche Schwächezustände schwer zulassen kann. Ich habe mir die Zeitung gekauft...und die neuesten Nachrichten gelesen: Bush bombardiert Afghanistan. Schnell zurück ins Bett. Was ich las war eine solche Scheisse , dass ich dachte ich spinne. Fernsehen angemacht: Kindersendung. Andere Kanäle: Werbung , Soap Operas , gewartet bis die Abendsendungen kamen: endlich Informtion. Grünes und Licht , wie implodierende Entengrütze, 5 Sekunden. Das ist wohl das, was der Welt verkauft werden durfte. Vermutlich haben sie eine grüne Folie vor die Kamera gehalten und zwei drei Feuerzeuge angezündet,..in irgendeiner Toilette bei CNN...Ja auch Schröder und Blair und Berlusconi und Chirac. Politik ist nur noch Massenzusammenführung unter zu Hilfenahme von medial hervorgerufenen Stresszuständen.(Sloterdijk) Ohne Stress keine Einigkeit. Seit wann gibt es überhaupt Nationen? Als ich dann heute morgen mit dem Fahrrad zur Arbeit fuhr stand da: “World strikes back”. Das ist für mich das Ende! Das würde die Bild Zeitung nicht schaffen. Jetzt habe ich Angst vor dem Rückflug! ...der Hinflug ging über Afgahnistan hinweg. Eigentlich wollte ich auch noch in die Mitte dieses Kontinents. Ausser Autos habe ich kaum etwas gesehen. Australien ist ein gutes Beispiel für unsinnigen Nationalismus. In Sydney ist ein Drittel der Bevölkerung nicht hier geboren. Es gibt wirklich alle Kulturen und Völker dicht an dicht. Der Australier existiert eigentlich nur als Klischee und dieses Klischee muss immer wieder neu artikuliert werden. Sie leben in einem erst kürzlich gestohlenen Land, wie die Amerikaner. Daher auch der schielende Kleinbruderblick immer wieder nach drüben. Man hat Angst allein hier, so mitten im Ozean. Die Welt schlägt zurück...das hätten sie schreiben sollen, als die Türme fielen. Dass die Türme fallen würden war logisch. Alles Tun der Amerikaner basiert auf Zerstörung! Das geht soweit, dass sie in ihrer Phantasie schon gar keinen Platz mehr für einen positiven Gedanken haben. In allen Filmen wird nur gemordet und zerstört. Es ist eine geile Lust die Katastrophe herauszufordern. Tritt sie dann ein, dann brechen alle Dämme und die Emotionen können selbstmitleidig gebündelt werden, denn der Feind ist nicht mehr länger in ihnen, sondern ausser ihrer selbst. In diesem Fall ist es ein Mann. Stell Dir einmal vor, er würde sich entschuldigen! Stelle Dir das einmal bitte vor! Was dann? Nun stehen die Politiker über diesem kleinen Afgahnistan und suchen diesen Mann. Gab es schon einmal so ein Bild?... Die Welt ist sich einig und der Feind ist winzigst. Es kann nichts passieren...darum spricht auch niemand von Krieg, denn Krieg hat immer einen Gegner. Was Amerika gerade macht ist eigentlich nur sichtbarer und ehrlicher als zuvor. Das Bombardement aus Kotzkultur, Popmusik, Wirtschaft, Medienterror, medialer Blendung wird uns einmal mehr bildlich vorgeführt. Denn es ist auch eine Drohung an den Rest der Welt. Dieser Krieg ist eine gigantische Drohgebärde der amerikanischen Wirtschaft, die sie sich bezahlen lässt, denn jede Bombe die fällt, müssen alle bezahlen, die Ja gesagt haben.(...) die Welt ist rund! und alles Runde kann nicht zurück- schlagen, denn es würde sich nur immer selber treffen!!!
09.10.01 14:12:00 Liebe B., nun will ich mich doch noch einmal kurz in den Konflikt mischen. Was ist denn die Konsequenz-Utopie? Man stelle sich vor, es gäbe durch den amerikanischen Kurzschluss eine grausige Katastrophe (denn ohne die geht es wohl nicht! Ab wann wird sie grausig sein?). Was würde man daraus lernen? Würde sich jemand von den politischen Wirtschaumproduzenten in Frage stellen? Würde sich der fiktive Geldmarkt den armen Ländern konkret annehmen und ihnen den Mehrwert auszahlen, den sie seit Jahrhunderten erpressen? Kann sich Europa seinem Kind Amerika entziehen, es verstossen, sich abkapseln..oder ist Europa, da es das Kind seines eigenen Kindes geworden ist dazu nicht mehr fähig? Sollte man Amerika eleminieren? Was wäre eine Lösung?. Wie könnte man “die vereinten Mutter - und Futternationen von Amerika” ( Sloterdijk ) in die Schranken weisen und den hiesigen Giftschaumschlägern gleichzeitig die Stirn bieten? Ist es immer noch die Motorjacht und das Loft im 40.sten Stock? Alle Türme werden fallen! Ist es immer noch der Benz und das Mehrwertsein dem Nachbarn gegenüber? Alle Türme müssen fallen! Ist es immer noch das geistlose Muskelspiel auf der Suche nach dem fruchtbaren Geschlechtspartner? Auch diese Türme werden fallen. Doch was ist die Utopie? Amerika zu hassen ist das denkbar einfachste! Alles spricht gegen das Kind Europas. Es ist weich und schwammig, es ist unverschämt und arrogant. Es hat mit seinem breiigen Arsch in hundert Jahren ganze Kulturen ausgelöscht. Amerika und der Rest der freien Welt..hat Bush gesagt. Frei sein ... was ist aber die Utopie? Gibt es zuviele Menschen,...muss das irgendwie geändert werden? Was ist unsere Rolle als ausserhalb des Schaums stehende? Wer wird den Auf-ruf nach Scham, nach Erinnerung, nach Bescheidenheit und Sammlung hören wollen? Die, die sich nur spüren, wenn sie zerstören oder von sich selbst zerstört werden, ganz sicher nicht. Was kann ich tun als Künstler, was ist meine Rolle? Welche Türme muss ich zerstören, um ähnliche Reaktionen, nur in eine andere Richtung hervorrufen zu können? Die, die nach Gerechtigkeit schreien, habe ich noch nie gemocht, vor allem, wenn es mehr als zwei waren! Du scheinst sehr viel zu arbeiten, halte den inneren Kurs , es liest sich gut was Du schreibst. Übernimm Dich nicht und bleib besonnen. Hoffentlich frisst Dich die Administration nicht auf. Bei allem Waffengeklirre habe ich das Gefühl, dass eigentlich nichts wirklich Neues passiert. Es ist sichtbar und doch zugleich so fern und unsichtbar wie alles zuvor. Nicht weil ich hier unten an der Kugel klebe, und es so scheint, als sei ich in Sicherheit, nein ich glaube , dass sie ihre lächelnde Konsummaske einfach nicht mehr länger halten konnten, sie nun seit dem Turmfall weggefegt wurde, um der Welt die Fratze zu zeigen , die wir doch alle schon kannten. Sei gegrüsst, wenn ich nur Unsinn schreibe, dann lies einfach darüber hinweg, mir hilft es ein wenig.
14.10.01 4:04:05 Liebe B. nun bin ich doch nicht auf Reisen gegangen, sondern ich bin hier in Sydney geblieben und habe gearbeitet. Gearbeitet meint vor allem: geredet geredet geredet. ..und dies in meinem Idiotenenglisch. Jedenfalls ist der Macher der neuen Biennale nicht uninteressiert an meiner Arbeit, so dass ich in Windeseile Videomaterial sichten muss und Fotos machen und und und...mal wieder die berühmte Karotte, die man als Esel vorgehalten bekommt. Ist es denn möglich, zwei Monate auf dem Kontinent gewesen zu sein und nicht mehr gesehen zu haben als ein paar Strassen und die eigene Arbeit? Wie geht es Dir und der neuen Ausstellung, hat alles geklappt mit den virtuellen Knoten? Wenn man hier in Sydney sitzt, dann wundert einen der Krieg gegen dies staubige Afghanistan überhaupt nicht. Vor Allem, dass England an vorderster Front steht. Die haben die Ureinwohner hier abgeknallt wie Hasen. Selbst einfachste Strassenarbeiter wurden angehalten auf alles zu schiessen was schwarz ist. Das ist noch nicht lange her. Jetzt spielen sie Golf auf den Knochen und schneiden den Rasen. Es ist, als ob man in den ekelhaftesten Teil der Menschen schaut. Es ist ein überbautes Konzentrationslager dies Sydney. Aber wo ist es das nicht? Eigentlich wollte ich ja in Städte fahren in denen die ursprünglichen Einwohner Australiens noch in der Mehrheit sind, aber ich schäme mich. Man kommt sich wie ein Voyeur vor. Ich kann auch nie wirklich damit umgehen angebettelt zu werden, das Elend zu sehen und doch nur neben dem Elend zu stehen. In Alice Springs müssen sie in Alkohol ertrinken. So wird es mit der Wüste nichts werden.... Nun, jedenfalls bin ich kurz davor zu mir selber zurück zukommen, zur Besinnung zu kommen...wenn auch....der hiesige Wein...ist unglaublich trinkbar...und die Besinnungslosigkeit in seinen Armen ist nicht das Unangenehmste. Alles nur erdenklich Gute Dir und Deiner Arbeit. (Sind denn Deine Kleingärtner schon beim Laubaufsammeln, oder haben sie auch diese neumodischen Laubsaugblaser?)
04.10.01 12:04:25 Lieber V, (...)Euer Projekt immer wieder vor mir her schiebend, überlege ich nun, wie realistisch das in diesem Jahr noch ist. ... Die politische Situation hat auch ihre Spuren hinterlassen, und Du hast darauf mit Deinen Mails so direkt und authentisch reagiert - man kann das doch auch nicht aus der bisherigen Konzeption rauslassen, oder? Mein Arbeitsalltag sieht fast immer gleich aus - morgens um neun ins Büro, gegen Mitternacht zurück, Mails abfragen und Licht aus. So ungefähr. Heute morgen war ein totaler Nebel, alles weiß verschleiert, auch die Gärten. Das Laub ist noch dran, noch grün, kein indian summer, die Gärtner sammeln Obst auf und harken die Wege. Seit Tagen ist es sehr warm, über 20 Grad, ungewöhnlich. Angst wie im September habe ich momentan nicht, komisch eigentlich, ich frage mich momentan, was mich das alles angeht. Aber das ist nur ein trügerischer Versuch der Distanzierung von etwas, das überall und jeden Tag präsent ist. Damit man überhaupt arbeiten kann. Gestern kam ein dicker Briefumschlag aus New York, der wird schon argwöhnisch angesehen, Unsinn alles, so absurd war es noch nie. Milzbrandbakterien wurden ja in Deutschland gezüchtet und exportiert. Anthrax ist nur der Anfang, glaube ich; für Massenvernichtung reicht es nicht wegen der Notwendigkeit der Einzelinfektion. Aber heute morgen sagte ein Sprecher im Inforadio, es könnte auch Pest oder Cholera unter die Leute gebracht werden, und die Amerikaner erwägen längst in Afghanistan den Einsatz von Biowaffen - natürlich nur, um die Opiumproduktion zu vernichten. ..Bis dann, B.
01.11.01 06:44 :17 Liebe B., reich heimgekehrt ins Reich und doch irgendwie noch verkehrt im Innern und Äussern. Die letzten Tage, in der Mitte und Wüste waren ein Geschenk für mich. Meine gesamte Zeit auf diesem Inselkontinent steht nun in einem anderen Licht. 360°Alles und Nichts. Es hat gut getan die Ausstellung im Dezember nicht zu machen! ...und neben mir Dein Benjamin Buch. Wenn Du Zeit und Nerven hast melde Dich und wir können uns treffen zu einem Tässchen Tee , etwas Gebäck und einem Hütchen auf dem Kopf
02.11.01 09:07:45 Lieber V., danke für Deine Nachricht. Irgendwie beruhigend, dass Du wieder zurück bist. (...) Habe meine Planungen für das nächste Jahr vorbereitet und würde darüber gern mit Dir sprechen bezüglich eines Alternativtermins. (...) Tee und Tassen habe ich, Hütchen müsstest Du mitbringen, falls Du Dich am 11.11.01 treffen willst. Bin jetzt in Benjamin eingetaucht, lese die Biographie und Aufsätze, der Aura-Begriff wird klarer, die Kuratoren und ich haben ein intensives Triumvirat gebildet. Beste Grüße B
04.11.01 11:21:23 Liebe B. hoffentlich hat mich die letzte Nacht nüchtern gemacht. Wenn ich mich nicht irre , so habe ich 11 Stunden geschlafen. 11 Stunden Koma. 11 Stunden nicht hier sein und nicht da sein wollen. (...) Ein absolut fremdes Gefühl, wach zu sein, ausgeschlafen zu sein, und doch am ganzen Körper in einer Art zu zittern, wie ich es schon lange nicht mehr erlebt habe. War alles nur ein Traum? Und warum hat man mich zurückgeholt? Heute morgen scheint die Sonne und es wird ein ruhiger Herbsttag werden, doch die letzten Tage dachte ich, man habe mich - ich habe mich - hier abgestellt, in diese trübe, lichtlose Stadt unter einem Dach voll stummer Vögel, um das Leben abwarten zu müssen. So etwas nenne ich: Strafmechanismus für zu viel Horizont. Liebe Barbara ...aber diese letzten Tage in der Mitte Australiens... Mich hat die Weite restlos betrunken gemacht. Ich trag das hier mit mir herum und weiss nicht wohin damit... ich habe gehört und gesehen und gerochen wie ein Wahnsinniger. Für ein paar Stunden, so zwischen 1 und 5 Uhr morgens bin ich ins Bett, manchmal auch kürzer, mein Körper wollte wach sein, wollte saugen, wo
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