17.03.2015 16:09 Alter: 2 yrs

BERLIN Galerie Tammen "Das Floß der Medusa"

20.3.15 - 25.4.15   JACKI MC INNES (Südafrika) + VOLKER MÄRZ (Berlin)   Zeichnung + Skulptur + Malerei


Die in Johannesburg/Kapstadt lebende Künstlerin Jacki Mc Innes und der Berliner Volker März zeigen erstmals gemeinsam ihre multimedialen Werke,  um von eben genau diesen unterschiedlichen lokalen Blickwinkeln: Südafrika und Europa, die Themen: „Neue Heimat“, Migration, Kolonialismus und Rassismus zu umkreisen.

 

Ausgangspunkt ist die wahre Geschichte vom „Floß der Medusa“ (so auch der Titel, der Märzschen Installation), auf die Jacki Mc Innes  Volker März bei einem Treffen in Kapstadt aufmerksam gemacht hatte und als Projektidee für die Berliner Ausstellung vorschlug. 1816 hatte England die besetzte westafrikanische Kolonie Senegal an Frankreich zurückgegeben. Dies war für die französische Regierung der Anlass, vier Fregatten nach Afrika zu entsenden. Die Fregatte Medusa gehörte diesem Konvoi an. Nachdem das Schiff kurz vor seinem Ziel auf Grund gelaufen und ein Freikommen nicht möglich war, befahl der Kapitän den Bau eines Floßes aus den Masten und Rahen der Medusa, da für die 400 Menschen an Bord nur 6 Boote vorhanden waren. Die Boote sollten das Floß an Land ziehen. Nach kurzer Zeit kappte man die Seile. Auf dem Floß brach schnell Kannibalismus aus, so dass nur noch 15 Personen nach 15 Tagen des Herumtreibens auf offener See gerettet werden konnten.

 

Während die Arbeiten von Jacki Mc Innes oftmals in eher offengehaltenen lyrisch, poetischen Visionen und lebendigem Schwarz-Weiss, aus ölgemischten Reifenrussabfällen eine geheimnisvolle Aura verbreiten, überträgt Volker März die angestrebte Thematik auf seine bitterhumorvolle, meißt farbenfroh provokante bitterböse Art und Weise. Aus den vielschichtigen Materialien: Skulptur, Malerei/Zeichnung, Video, Objekte und Fotografie bauen die beiden Künstlern in der Galerie Tammen für den Besucher ein imaginäres Floss, mit dem sich der Betrachter auf diesem großen Themen-Meer treiben lassen kann... März bereichert seit ein paar Jahren seine Arbeiten mit Kurzgeschichten, die in ihrer Einfachheit nicht erklären, sondern erweitern und verwirren sollen ...

Mc Innes umrundet mit ihrem fortlaufenden Werk "Mountains of the Moon" inzwischen kraftvoll den südafrikanischen Planeten William Kentridge, dem beide Künstler auch inhaltlich sehr nahe stehen.

So unterschiedlich die Herangehensweise und Umsetzung der beiden Künstler ist, so vereint sie doch die europäisch-afrikanische Infragestellung der Welt, die sie in der Galerie Tammen zu einer gemeinsamen Versuchsanordnung komponiert haben.  

 

Flyer zur Ausstellung (PDF)