Joseph B

Wir sehen hier Joseph B., einen Deutschen, der in seiner frühen Jugend, das fade Bürgertum seiner Eltern ablehnend, unter wehenden Fahnen von einer besseren Welt träumte und auf seinem Schulhof in Kleve zusammen mit anderen Weltverbesserern „böse“ Bücher verbrannt hat.

Joseph B. wollte in seiner späteren Jugend „immerzu dabei sein “, wie er später erzählte.So wurde er Soldat und hat im Zweiten Weltkrieg bis zur Niederlage seiner Führer zahlreiche anonyme Menschen aus einem Flugzeug herab mit einem Maschinengewehr getötet, wofür er viele Tapferkeitsmedaillen erhielt.

Nach der anschließenden Zwangsdemokratisierung Deutschlands wurde dieser Soldat ein weltberühmter Künstler.

Er benutzte als selbsternannter Führer einer großen Kunstbewegung eine fiktive Opfergeschichte – und kreierte eine absurde Heilssymbolik.

Er hatte sich eine Uniform mit Hut zusammengebastelt und machte ein rotes Kreuz zu seinem Markenzeichen … diesmal ohne Haken an den Enden.

So gelang es ihm, seine tatsächliche Täterschaft zu verschleiern, um dem Opfermythos Fett und Filz ins Feuer zu kippen. So war das eben damals in Deutschland und Joseph B. war keine Ausnahme: Jeder Soldat ein Opfer...

Jeder Soldat ein Künstler.

Jeder Soldat ein Künstler

Weimar 1943

 

A.Hitler: Also meine Herren,  ich würde gerne mit Ihnen über unsere gemeinsame Liebe, die Kunst sprechen. Meinen geliebten Albert S. hatte ich ebenfalls gebeten an dieser Runde teilzunehmen, er ist aber mit Germania vollkommen eingebunden  ... daher hat sich Herr Steiner als adäquate Vertretung mit seinem Astralleib zur Verfügung gestellt.

R.Steiner: Es ist mir eine Ehre als Künstler wahrgenommen zu werden. Ich denke auch, dass uns nicht nur die Liebe zur Kunst verbindet, sondern vor Allem die revolutionären Visionen, der Wunsch nach einer besseren Welt in der die Reinheit herrscht.

M.Duchamp: Da würde ich mich dann doch ganz gerne abgrenzen. Mein Lieblingssatz lautet: „Dasein macht müde.“ Und mehr habe ich nicht zu sagen, ich will sofort nach Hause...

J.Beuys: Das ist ja mal wieder typisch für Sie. So eine Leerformel. Dasein ist Kampf und Schmerz ...

A.Hitler: wunderbar, genau: Dasein ist Krieg ...

R.Steiner: Dasein ist Kosmos ... / Endschuldigung, aber könnte man die Fenster schließen es müffelt unangenehm ...

J.Beuys, die Fenster schließend: ... und dieser Kosmos besteht in erster Linie aus Schmerz

M.Duchamp: .. sie machen Witze Herr Beuys ..

J.Beuys: ... Nein mache ich nicht!! Wie kommen sie da drauf?! Als ich heute Nacht wieder einmal mit meiner JU 87 im Einsatz war und als Richtschütze aus der Luft herabstieß um flüchtende Russkis zu eliminieren, da habe ich sehr gelitten ...

M.Duchamp: .. und als sie getroffen haben, haben sie keine Lust empfunden?

J.Beuys: ... Lust empfunden.... nun, vielleicht war es eher die Befriedigung eines sportlichen Ehrgeizes!?

R.Steiner: Ja – denn nur die Liebe, kann Leiden in Lust verwandeln.

M.Duchamp: Sehen sie denn das maschinelle Morden als Kunst Herr Beuys?

A.Hitler: Natürlich ist das eine Kunst, Nacht für Nacht mit einer Stukka von oben herab aus den Wolken zu stürzen um sich der Erde wie ein Blitzschlag zu nähern und dann im letzten Moment, die Maschine abzufangen und lediglich das Blei zur Erde und in das Ziel zu schicken.

Beuys: Jeder Soldat ein Künstler!

M.Duchamp: .. das Blei zur Erde schicken, heimkehren und etwas zu abend essen und schlafen ...

A.Hitler: Herr Duchamp, sie haben doch keinerlei Ahnung – Wie Herr Beuys schon richtig sagte, ist auch meine Arbeit die eines Künstlers, der die Visionen von oben empfängt und sie auf der Erde in die Tat umsetzt.

R.Steiner: Aber meine Herren, die Erde ist nur eine Durchlaufstation, die Menschheit wird sich erst auf der Venus vollenden.

A.Hitler: Nein, in Germania !

J.Beuys: Ja in einem grünen Germania !

M.Duchamp: Na, mal sehen – ich selbst glaube eher an das Unvollendete, oder besser gesagt: die Menschheit hat sich bereits vollendet und schießt im Moment über das Ziel hinaus ... deswegen langweilt mich die Menschheit – ich bin müde.

R.Steiner: ... über das Ziel hinaus ... in Richtung Venus

A. Hitler: Aber meine Herren, nun reden wir bitte noch einmal ganz konkret über die Kunst, die uns verbindet. In welchen Positionen würden sich, unsere Popularität einmal beiseite gelassen, Gemeinsamkeiten finden lassen.

J.Beuys: Nietzsche?

R.Steiner: ... aber Gott ist nicht tot. Gott lebt ruhend im Menschen.

A.Hitler: Nicht in mir !

M.Duchamp: Gott ist ein selfready made ... ein großes Gas ...

A.Hitler: Wieso Gas?

J.Beuys: Vielleicht wäre eine Gemeinsamkeit unsere Lust zur Selbstdarstellung, die Lust Dinge besser zu wissen – ein Überlegenheitsgefühl, daß sich in unserem Künstlersein ausdrückt ... in unserem Willen zur Macht !

M.Duchamp: Ohnmacht wäre mir lieber.

 

Erneutes Treffen der Vier 2013 auf der Venus – nun alle nur noch als leuchtende Astrallleiber

 

A.Hitler: Meine Herren, was also hat uns die jeweilige Erneuerung des Kunstbegriffs gebracht ... ich zu meinem Teil schäme und endschuldige mich ,,,

R.Steiner: .. nun, die Menschen glauben noch immer an meine Ideen und benennen Schulen und Kindergärten nach mir .. malen Bilder und tanzen ihre Namen eurythmisch in meinem Namen.

J.Beuys: Ich bin der deutscheste Künstler aller Zeiten und hänge in allen Museen der Welt mit dem höchsten Marktwert – ich bin durch den hohen Marktwert wie ihr so gut wie unsterblich geworden.

M.Duchamp: Auch ich bin ein enormer Marktwert geworden ... dabei habe ich nur aus dem Schatten meiner Brüder treten wollen ... aber das war zu einfach, die Zeit war reif .. deshalb langweilige ich mich auf der Venus und in der Venus. Wenn ich ehrlich bin fehlt mir hier die Pornografie als Konzept.